November 2009 / April 2010

Ein Wiener Flügel...

Die Wiener Flügelmechanik ist unschlagbar genial und bei jahrzehntelanger Wartungsfreiheit trotzdem fast immer spielbar. Nur wer dies anerkennt, wird den unzähligen Wiener Flügeln gerecht - auch wenn diese sich nur sehr begrenzt regulieren und intonieren lassen und deshalb fast allen mechanisch anderen Flügeln unterlegen sind. Herr Hagen K., Chefdramaturg in Döbeln / Mittelsachsen, schrieb mir - anlässlich der ersten Nachstimmung im April 2010 - zu seinem 167 cm Stutzflügel "A. Proksch" von 1890>>  In unserer Region gab es weit und breit keinen Experten für diese Mechanik – und die Klavierstimmer, die ich um Rat fragte, machten allesamt aus ihrer Abneigung gegen die Bauweise keinen Hehl. Dabei klang das wenige, was das Instrument offenbarte, eigentlich Erfolg versprechend – wenngleich ich selbst auch dem klappernden Innenleben nicht so recht trauen wollte...

Eine Internetrecherche brachte mich dann auf die Seite von Martin Januschek, die mir schnell zeigte, dass hier ein Mann am Werk ist, der viel Begeisterung für Flügel und Klaviere aller Art hat. Nach einigen Mails und Telefonaten stand der Klavierstimmer im Herbst 2009 dann wirklich mit seinem Werkzeugkoffer vor meiner Tür. Und schon die erste Bestandsaufnahme war deutlich positiver, als ich es gehofft hatte: Eigentlich müsse die Mechanik im Flügel nur komplett überarbeitet und neu eingestellt und manches weitere ausgebessert werden – und schon würde das Instrument mit einer neu aufgebauten Stimmung und den Zaubermitteln von Januscheks "Klanggestaltung" wieder jugendlich klingen.

In zwei Etappen mit insgesamt drei Tagen Arbeitsaufwand rückte Martin Januschek dann dem Flügel zu Leibe, und noch im November war alles fertig, so dass wir pünktlich zum Advent wieder in ganzer Familie Weihnachtslieder mit Unterstützung unseres "neuen" Flügels singen konnten. Seitdem haben wir uns immer wieder an dem einzigartig warmen und singenden Klang dieses liebevoll aufbereiteten Instrumentes gefreut – und auch daran, dass der Kauf eben doch keine "Fehlinvestition" war. <<
 


 Herr K. und sein Proksch-Flügel 

Letzter Service: Oktober 2015

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